Maximal Benzin sparen: Diese 9 Tipps sollten Sie beherzigen!

Rote Zapfsäule.Die Benzinpreise sind an die globale Wirtschaftslage und den Rohölpreis gekoppelt. So lässt sich leicht erklären, dass zu viel Öl im Angebot die Preise sinken lässt.

Wir freuen uns zwar immer über niedrige Spritpreise, sollten uns aber trotzdem bewusst sein, dass die Zeiten des billigen Sprits jederzeit wieder vorbei sein können. Deshalb möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie Sprit sparen können und trotzdem nicht langsam unterwegs sind. Sprit zu sparen bedeutet nichts anderes als vorausschauend zu fahren.

Es kann durchaus Spaß machen, so wenig wie möglich der kostbaren Ressource durch die Kraftstoffleitung fließen zu lassen. Deshalb erklären wir Ihnen zunächst, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert, damit Sie unsere Tipps zum Sparen bewusst umsetzen können.

Übrigens: Die Tipps funktionieren beim Diesel natürlich genauso.

Der Spritspar-Rekord

Im Jahr 2012 stellten John und Helen Taylor einen Rekord auf: Sie kamen mit einer Tankfüllung (70 Liter) in ihrem VW Passat TDI SE 2.617 Kilometer weit. Umgerechnet sind das rund 2,7 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer.

Stellen Sie sich diese Menge an Kraftstoff bildlich vor: Mit dem Inhalt von weniger als drei 1-Liter-Tetrapaks kannst du dich selbst, Beifahrer, Gepäck und ein mehr als 1.400 kg schweres Fahrzeug 100.000 Meter weit bewegen.

Oder denken Sie sich eine mittelgroße Damenhandtasche: Bei fünf bis sechs Litern Volumen kommst du damit schon rund 200 Kilometer weit. Falls man sich Benzin oder Diesel in einer Handtasche überhaupt vorstellen mag.

Funktionsweise eines Verbrennungsmotors

Bevor wir uns dem Spritsparen widmen, schauen wir uns die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors genauer an. Erst dann wird nämlich auch klar, welche Maßnahmen zu einer Einsparung von Kraftstoff helfen können. Beim Benzin- oder Dieselmotor in Kraftfahrzeugen wird im Kraftstoff chemisch gespeicherte Energie für mechanische Arbeit im Motor genutzt.

In den fossilen Brennstoffen Benzin und Diesel steckt viel Energie, die durch einen Verbrennungsprozess umgewandelt und für die Bewegung des Fahrzeugs genutzt wird. Ein zündfähiges Kraftstoff-Luft-Gemisch wird im Brennraum des Motors angesaugt, verdichtet und verbrannt.

Beim Benzinmotor übernehmen die Zündkerzen das Auslösen der Verbrennung, im Dieselmotor erfolgt dies durch stark verdichtete und heiße Luft von selbst (Selbstzünder). Die sich explosionsartig ausdehnenden Gase können dann ihre Arbeit verrichten, indem sie den Kolben im Zylinder bewegen.

Am Beispiel des Viertakt-Benzinmotors, der in vielen der heutigen Fahrzeuge Verwendung findet, wird dies ersichtlich: Das Abbrennen des Gemischs ist einer kontrollierten Explosion vergleichbar. Durch die Ausdehnung des heißen Gases wird Arbeit verrichtet und der Kolben im Zylinder nach unten gedrückt. Dieser setzt über eine mechanische Verbindung die Kurbelwelle in Bewegung, die wiederum über Kupplung und Getriebe die Kraft auf die Räder übertragen kann.

Bewegt sich der Kolben im nächsten Arbeitstakt nach der Verbrennung wieder zurück, drückt er dabei das verbrannte Gas (Abgas) durch das Auslass-Ventil in Krümmer und Auspuff. Beim nächsten Arbeitstakt bewegt sich der Kolben wieder nach unten und saugt durch das nun geöffnete Einlass-Ventil Frischgas an, das bei der Rückkehr des Kolbens im geschlossenen Zylinder verdichtet wird.

Nähert sich der Kolben seinem Oberen Totpunkt (OT), wird das Gemisch gezündet. Das Gas dehnt sich explosionsartig aus und drückt den Kolben zurück, der Zyklus beginnt aufs Neue.

Spritsparen in der Praxis

Bei Gebrauchtwagen haben Sie in den meisten Fällen nicht die aktuellste Technologie, um Sprit zu sparen. Deshalb wollen wir Ihnen neun Tipps geben, die Sie unabhängig von Alter, Marke und Modell anwenden können. Wie wir schon anfangs gesagt haben: Man spart den meisten Sprit ein, wenn man vorausschauend fährt. Langsamer ist man damit in der Regel nicht.

Wenn Sie sich jetzt die Frage stellen „Was bringt mir denn das Sparen eigentlich?“, können wir Ihnen eine Antwort geben: Bei einer Reduktion des Verbrauchs um einen Liter pro 100 km und 20.000 Kilometern Strecke im Jahr sparen Sie 200 Liter Sprit.

Bei den derzeitigen Preisen sind das rund 210 bis 280 Euro Ersparnis pro Jahr. Dafür sollten Sie lieber mehrmals gut essen gehen als es in Ihren Tank zu stecken. Denn wie gesagt: Langsamer sind Sie mit unseren Tipps nicht unterwegs.

Tipp 1: Pflegen Sie Ihren Motor

Mechaniker öffnet Motorhaube.Ein Automotor erledigt bei jeder Benutzung Schwerstarbeit. Schwerarbeiter wollen aber auch ordentlich gefüttert und gepflegt werden, sonst stellen sie irgendwann ihre Arbeit ein. Achten Sie deshalb darauf, dem Herz Ihres Autos in regelmäßigen Intervallen frisches und gutes Öl zu geben.

Es macht keinen Sinn, hier auf die billigste Baumarkt-Brühe zu setzen. Ein Markenöl ist zertifiziert und hat alle nötigen Additive, die für einen runden Motorlauf und ein langes Leben erforderlich sind.

Sogenannte Leichtlauföle helfen effektiv beim Spritsparen: Sie fallen unter die 0W- und 5W-Klassifikation (geringe Viskosität, auch im Niedrigtemperaturbereich), sind sehr dünnflüssig und verursachen damit wenig Reibung im Motor.

Besonders bei Kurzstrecken kann Kraftstoff gespart werden, da ein Leichtlauföl den Motor schon beim Kaltstart besser schmiert als herkömmliche Öle. Aufpassen müssen Sie aber bei der Freigabe: Der Hersteller muss Leichtlauföl für den entsprechenden Motor freigegeben haben, sonst dürfen Sie es nicht verwenden.

Weiterhin sollten Sie darauf achten, bei der vorgeschriebenen Inspektion Luftfilter und Zündkerzen zu erneuern. Auch diese haben einen Anteil daran, dass Sie Sprit sparen.

Tipp 2: Die richtigen Reifen mit dem richtigen Druck

Reifen mit ProduktionsnummerIn Deutschland haben wir vier Jahreszeiten, die zwei Arten von Reifen erforderlich machen: Sommerreifen sind für die trockene und heiße Jahreszeit gedacht, Winterreifen für Herbst und Winter, wenn es kalt wird, nass ist und schneit.

Die Gummimischung ist jeweils anders, um ein sicheres Fahren bei allen Witterungsbedingungen zu gewährleisten. So spielen Winterreifen ihre Stärken bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius und bei Nässe und Schnee aus, haben aber einen erhöhten Rollwiderstand. Deshalb wechselt man im Frühjahr zu Sommerreifen, die weniger Widerstand bieten und für die warme Jahreszeit konzipiert sind. Sogenannte Leichtlaufreifen helfen zusätzlich beim Spritsparen, sind aber in der Regel etwas teurer.

Ganz wichtig ist der korrekte Luftdruck: Die Faustregel lautet, dass Sie immer mit etwas zu viel, aber nie mit zu wenig Druck unterwegs sein dürfen. Bei Reifen mit zu wenig Druck ist die Abnutzung stärker und der Spritverbrauch höher.

Setzen Sie auch bei Beladung mit Personen oder Gepäck den Luftdruck hoch, um das Gewicht auszugleichen und Kraftstoff zu sparen. Achten Sie darauf, dass Ihre Reifen korrekt gewuchtet sind und rund laufen.

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Tipp 3: Früh schalten und flott beschleunigen

Schalthebel mit fünf GängenFahren Sie mit dem ersten Gang an und wechseln Sie danach sofort in den zweiten. Hohe Drehzahlen bedeuten einen Mehrverbrauch, den Sie durch frühzeitiges Schalten reduzieren. Eine Regel lautet, spätestens dann hochzuschalten, bevor der Drehzahlmesser die 2.000/min überschreitet. Lassen Sie den Wagen laufen und fahren Sie ihn auch in der Stadt niedertourig.

Moderne Autos lassen sich auch mit 1.000/min im 4. oder 5. Gang bequem und sicher fahren. Vor Ampeln lassen Sie das Fahrzeug einfach ausrollen und drücken rechtzeitig die Kupplung. Automatikgetriebe nehmen Ihnen diese Arbeit ab und sind inzwischen auch sehr effizient geworden.

Wenn es ums Beschleunigen geht, haben viele Autofahrer Hemmungen. Geben Sie einfach flott Gas, damit Sie möglichst schnell auf der gewünschten Geschwindigkeit im höchsten Gang sind. Das kostet weniger Sprit, als wenn Sie gemächlich beschleunigen und lange brauchen, bis Sie das gewünschte Tempo erreicht haben.

Übrigens: Warmlaufen braucht ein Motor heute nicht mehr. Einfach losfahren, denn umso schneller kommt er auf die Betriebstemperatur, bei der er am sparsamsten arbeitet.

Tipp 4: Weg mit Aufbauten und Ballast

Eigentlich logisch: Jeder Dachgepäckträger und jedes Kilogramm Ballast erhöht durch den Windwiderstand und das Gewicht den Spritverbrauch.

Nehmen Sie die Träger ab, wenn Sie sie nicht brauchen, und entfernen Sie den Ballast aus dem Kofferraum. 100 Kilogramm unnötiges Gewicht an Bord können bis zu 0,5 Liter mehr Kraftstoff auf 100 Kilometern kosten.

Tipp 5: Keine Umwege beim Tanken

Deutsche sind Meister auf der Suche nach dem günstigsten Benzinpreis: Mit Apps und Portalen sind sie immer auf der Suche nach der Tankstelle, wo sich ein paar Cent pro Liter sparen lassen.

Aber Vorsicht: Ohne Rechnen kann günstiges Tanken teuer werden. Wenn Ihr Auto auf 100 Kilometer 7 Liter Sprit verbraucht, die günstige Tankstelle aber 5 Kilometer entfernt ist, müssen wir rechnen.

Insgesamt fallen 10 km Wegstrecke an. Die Ersparnis beträgt in diesem Beispiel 3 Cent pro Liter, getankt werden 30 Liter Benzin. Sie sparen beim Kraftstoff 90 Cent, haben aber 10 Kilometer mehr, die 0,7 Liter Sprit verbrauchen. Wenn nun der Liter Benzin 1,30 Euro kostet, werden für die Strecke 91 Cent fällig. Gespart haben Sie also nichts, sondern sogar einen Cent verloren. Dazu kommt die Zeit für die zusätzliche Strecke. Überlegen Sie sich also vorher, ob die günstige Tankstelle den Umweg tatsächlich wert ist.

Tipp 6: Nutzen Sie Bordcomputer und Tempomat

Die meisten Fahrzeuge zeigen Ihnen an, wie viel sie gerade verbrauchen. Orientieren Sie sich an dieser Zahl und schauen Sie, dass Sie sie mit einer besonnenen und vorausschauenden Fahrweise nach unten bringen.

Setzen Sie bei Streckenabschnitten auf Landstraße und Autobahn den Tempomat ein. Dieser hält die Geschwindigkeit viel genauer als Sie und spart dadurch zusätzlich Sprit ein.

Tipp 7: Nutzen Sie die Höchstgeschwindigkeit nicht aus

BoardcomputerEin Auto hat bei Höchstgeschwindigkeit den größten Spritverbrauch. Da Sie das schnelle Tempo nur auf Autobahnen und eingeschränkt fahren können, aber trotzdem fast keinen Zeitvorteil haben, sollten Sie sich auf 75% der Höchstgeschwindigkeit beschränken.

Damit sind Sie immer noch sehr flott unterwegs, sparen aber gleichzeitig Kraftstoff. Ein Auto verbraucht bei 200 km/h wesentlich mehr als bei 150 km/h.

Tipp 8: Stromfresser abschalten

Je moderner das Auto, desto mehr elektrische Systeme sind auch an Bord. Alle wollen sie aber ihre Portion Strom haben, und die muss der Motor über die Lichtmaschine produzieren.

Schalten Sie daher Scheibenheizung, Zusatzheizung, Sitzheizung und Klimaanlage ab, wenn sie nicht benötigt werden. Man kommt besonders im Frühjahr und Sommer meist ohne diese stromfressenden Hilfsmittel aus und spart dabei jede Menge Sprit.

Tipp 9: Fahren Sie weniger

Der letzte Tipp ist so einfach wie effektiv: Überlegen Sie sich einfach, ob die Kurzstrecke oder die Fahrt ins Grüne sein muss. Sie kommen zu Fuß, mit dem Rad oder dem öffentlichen Nahverkehr oft günstiger hin, zumal Sie keinen Parkplatz suchen müssen.

Alternativ kann sich auch Carsharing wie bei car2go und DriveNow lohnen. Sie bezahlen nur die gefahrene Zeit und können das Auto überall im Geschäftsbereich einfach abstellen.

FAZIT

Spritsparen kann Spaß machen. Sie müssen kein Hightech-Fahrzeug besitzen, um effektiv Kraftstoff zu sparen. Halten Sie sich einfach an unsere Tipps und wenden Sie sie sinnvoll an. Überlegen Sie sich auch immer, ob eine Fahrt sein muss. Bei Transporten oder mit mehreren Personen ist es keine Frage, aber sonst darf man sich schon selbst kritisch hinterfragen.

Wir alle lieben unsere Autos, weil sie ein Stück Freiheit und Mobilität bedeuten. Sie sind im Stau aber nicht frei und mit anderen Verkehrsmitteln ebenfalls mobil.

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