EU-Reifenlabel

Die EU-Reifenverordnung soll für mehr Sicherheit auf europäischen Straßen sorgen. Anhand farbiger Skalen sind Reifenhersteller ab dem 1. November 2012 dazu verpflichtet, ihre Produkte nach Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschemission zu klassifizieren. Wie die neuen EU-Reifenlabel zu lesen sind und worauf zu achten ist erklärt carsale24 im Folgenden.

Während eine eingängige Energieverbrauchskennzeichnung für Elektrogeräte, wie Kühlschrank oder TV-Gerät, bereits seit einigen Jahren als verpflichtende EU-Verordnung gilt, um Verbrauchern die Kaufentscheidung zu erleichtern, werden zukünftig auch Pkw-, Lkw- und Transportreifen mit einem Effizienz-Etikett ausgestattet. Drei Kategorien finden dabei Beachtung:

EU-Reifenlabel: der Rollwiderstand

EU-Reifen-Rollwiderstand

Wer häufig mit dem Fahrrad fährt, weiß, dass breitere Reifen mehr Reibung, und damit mehr Energieaufwand bedeuten. Der Rollwiderstand auf den EU-Reifenlabel gibt daher an, wie sich die entsprechende Bereifung auf den Kraftstoffverbrauch des Autos auswirkt. Benötigt ein Fahrzeug 7 Liter/ 100km, liegt der Verbrauch bei Reifen der Klasse A bei nur noch 6,8 Litern, während G-Bereifungen mit einem 7,8-Liter-Verbrauch deutlich mehr Benzin schlucken. Bei einer Laufleistung von 25.000 Kilometern im Jahr können so Mehrkosten von mehreren Hundert Euro entstehen.


EU-Reifenlabel: die Nasshaftung

EU-Reifen-Nasshaftung

Das EU-Reifenlabel gibt in der Klassifizierung nach Nasshaftung Aufschluss über den absoluten Bremsweg des Fahrzeuges. Während der Bremsweg eines Kleinwagens mit A-Bereifung bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h rund 28 Meter beträgt, rutschen Reifen mit Nasshaftungsklasse "G" schon 46 Meter weit. Je höher die Klasse, desto kürzer der Bremsweg. Welche Tragweite die Nasshaftungswerte im neuen EU-Reifenlabel haben, zeigt sich an einem einfachen Beispiel: Kommt ein Kleinwagen mit Nasshaftung A nach 28 Metern Bremsweg zum Stehen, beträgt die Aufprallgeschwindigkeit mit C-Bereifung noch knappe 39 km/h. Bei Reifen mit Nasshaftung der Klasse F sogar 50 km/h – ein sicherer Totalschaden.


EU-Reifenlabel: Geräuschemission

EU-Reifen-Geräuschemission

Laut EU-Reifenverodnung sind Hersteller zukünftig dazu verpflichtet, Verbraucher über Rollwiderstand und Nasshaftung hinaus, auch über die Abrollgeräusche ihrer Reifen aufzuklären. Neben den häufig schwer einzuschätzenden Dezibel-Werten (dB) hilft der Gesetzgeber dem Verbraucher durch eine leicht verständliche Bebilderung - drei Schallwellen für drei Klassifizierungen. Reifen, die nur eine Schallwelle (in Blau dargestellt) zeigen, bleiben 3 Dezibel unter den Grenzwerten. Zwei Wellen bedeuten eine erfüllte Grenzwertregelung und drei Wellen (li.) schließlich, liegen in der Lautstärke ihrer Abrollgeräusche darüber.